18.10.2014
Dieter Stahl, Leiter des HGON Arbeitskreises LM/WEL:
"Ich bin fassungslos, mit welcher Ignoranz ganz offensichtlich die Regionalversammlung unsere Dokumentation über die naturschutzrechtliche Situation in den Windvorrangflächen behandelt."

RP Gießen hält weiter an Windkraft- Flächen in Villmar und Runkel fest.

Bild: Dieter Stahl

"Die Wahrheit ist, dass die Energiewende kurz vor dem Scheitern steht." "Die Wahrheit ist, dass wir auf allen Feldern die Komplexität der Energiewende unterschätzt haben." "Für die meisten anderen Länder in Europa sind wir sowieso Bekloppte." Diese bemerkenswerten Sätze sagte Bundeswirtschaftsminister Siegmar Gabriel am 17. April dieses Jahres in Kassel. Da der Minister diese Sätze in den Räumen der Firma SMA und vor versammelter Riege der Subventionsnehmer aussprach, zeugen diese Aussagen nicht nur von viel Realitätssinn, sondern ebenfalls von einer gehörigen Portion Mut, so auf der Seite der Windkraftgegner "Vernunftkraft" zu lesen. Und so wundert es nicht, dass trotz der von der heimischen Bürgerinitiative "Wind-Wahn Villmar/Runkel" (BI) und der HGON ausführlich dokumentierten naturschutzrechtlichen Situation der Windkraft-Flächen, die Windkraft zweifelsfrei dort verbietet, der RP weiter an den Windräder festhält. Das Primat der Politik, dem sich auch sogar die Justiz zu beugen scheint (siehe hier) und bei dem Geldgier und Lobby-Interessen und unvernünftige Politik uns zum Gespött unserer europäischen Nachbarn machen, wie auch das Gabriel-Zitat zeigt, wirkt auch für uns im Kreis.
"Im Rahmen der heutigen öffentlichen Sitzung der Regionalversammlung Mittelhessen (Ausschuss für Energie, Umwelt, Ländlicher Raum und Infrastruktur) war es mir möglich", so Wolfgang Nawroth, Sprecher der Bürgerinitiative Wind-Wahn Villmar/Runkel, die neue Arbeitskarte 14 zu den aktuell geplanten Windvorrangflächen einzusehen.
Während die Bemühungen der BI Wind-Wahn und der HGON in Bezug auf die kleineren Windvorrangflächen nördlich von Wirbelau und östlich von Aumenau erfolgreich waren, hält das RP Gießen auch weiterhin an den größeren Flächen im Bereich Wirbelau, Eschenau, Falkenbach, Seelbach sowie  am Galgenberg Villmar fest.
Die Regionalversammlung gab auch bekannt, dass zum jetzigen Zeitpunkt keine Eingaben diesbezüglich mehr entgegengenommen oder bearbeitet werden. Folglich muss davon ausgegangen werden, dass diese Flächen auch Bestandteil der für Anfang 2015 geplanten zweiten Offenlegung des Teilregionalplans Energie sein werden.
Wir werden auch weiterhin alles in unserer Macht stehende unternehmen, um die endgültige Ausweisung dieser Windvorrangflächen zu verhindern, so Nawroth weiter.
Es gibt neben den naturschutzrechtlichen Bedenken durchaus noch weitere stichhaltige Argumente, welche in der Planung des RP Gießen nicht ausreichend Berücksichtigung fanden.", so Nawroth
Dieter Stahl, Leiter des HGON Arbeitskreises LM/WEL: "Ich bin fassungslos, mit welcher Ignoranz ganz offensichtlich die Regionalversammlung unsere Dokumentation über die naturschutzrechtliche Situation in den Windvorrangflächen behandelt. Wir haben uns das nicht aus den Fingern gesogen, sondern empirisch ermittelt."
Die Kritik geht auch direkt an Ersten Kreisbeigeordneten Helmut Jung (SPD) und seine Kollegen Martin Richard, (CDU), Bernd Hartmann (CDU), Thoma Scholz (CDU), Horst Kaiser(CDU) Wolfgang Erk, Wolfgang (SPD), Dr. Frank Schmidt, (SPD), Christian Radkovsky, (SPD), Lippe, Wolfgang (B'90/Die Grünen) sowie Sabine Häuser-Eltgen, (B'90/Die Grünen) die für den Kreis in der Regionalversammlung sind, so Wolfgang Nawroth von der BI und Dieter Stahl HGON.
 Die Menschen sollten wissen, wem Sie diese Anlagen vor Ort politisch zu verdanken haben, "von denen ich zutiefst überzeugt bin, dass sie nicht nur aus naturschutzrechtlicher Sicht, sondern auch aus wirtschaftlichen Gründen sich als fataler Fehler herausstellen werden." so Stahl. Reinhold Messner habe völlig recht, wenn er sage  "Alternative Energiegewinnung ist unsinnig, wenn sie genau das zerstört, was man eigentlich durch sie bewahren will: Die Natur.“