30.07.2014  
Ein plumper Versuch, im Gewand des Naturschutzes diesen selbst zu relativieren
von Karin Nickel

Hermann Maxeiner, pensionierter Kriminalbeamter aus Hünfelden, ist BUND-Vorstandssprecher in Hessen und ein Verfechter für Windkraft. Hart ging er mit dem ehemaligen Hessischen Wirtschaftsminister Florian Rentsch (FDP) ins Gericht, der den Abstand zwischen neuen Windenergievorrangflächen und Siedlungen vergrößern wollte, weil der weitere Ausbau der Solar- und Windenergie zu einer ernsthaften Bedrohung für die Kulturlandschaft werde. Populismus wäre dies. In den letzten Jahren wurde Maxeiner immer wieder von der Windkraft-Lobby eingeladen und erzählt immer die gleiche Geschichte (in NNP nachzulesen z. B. zu Mengerskirchen). Im Tenor: Der Waldverbrauch ist äußerst gering und die Bürgerinitiative Hünfelden agiert mit falschen Zahlen, womit er wohl vermitteln will: Bürgerinitiativen sind nicht ernst zu nehmen. Genau dies versuchte er nun auch in Villmar, bei der Informationsveranstaltung in der König-Konrad-Halle. Denn, was bitte hatten die dort von ihm vorgetragenen Zahlen einer fremden Bürgerinitiative mit den Villmarer Verhältnissen zu tun?
Nur mit meiner Anwesenheit hatte er offenbar nicht gerechnet. Diesen plumpen Versuch, im Gewand des Naturschutzes diesen selbst zu relativieren, habe ich hoffentlich den anwesenden Bürgern transparent machen können. Was aber nicht deutlich wurde, weil ich dies in der Veranstaltung noch nicht wusste: Dieser Herr aus Hünfelden war eingeladen worden, wie er mir nach der Veranstaltung bestätigte. Er war also scheinbar ein Teil des ungeschriebenen Programms. Der Versuch misslang, weil er erkannt wurde.
Dies passt ins Bild der einseitigen Pro-Windkraft-Darstellung, die auch darin gipfelte, dass auf mehrmalige Nachfrage aus dem Publikum keiner der „unabhängigen“ Experten sich in der Lage sah, kurz auch die
Nachteile von Windkraftanlagen zu beschreiben. Ein selbst redendes Moment. Bezeichnender Weise war allerdings davon in der Presse kein Wort zu lesen.
Zum Schluss noch ein Hinweis auf die Verflechtung von Interessen: Vor 4 Jahren deckte die BI Hünfelden auf, dass genau der Repräsentant der Windkraft-Firma für Hünfelden, gleichzeitig auch Geschäftsführer des BUND Gießen war.