28.02.2015
Galgenberg
: UKA Meißen reicht der Wind - Süwag nicht

Wie lokale Medien berichteten, möchte UKA Meißen im Jahr 2016 mit der Errichtung der ersten Windräder am Galgenberg beginnen. Wie viele Anlagen tatsächlich errichtet werden sollen, hängt laut UKA Meißen von dem Verlauf weiterer Gespräche mit der Gemeinde Villmar ab.
Entgegen der Einschätzung des Energieanbieters Süwag, der zu dem Ergebnis kam, dass auf Grund der Windverhältnisse am Galgenberg für sie ein wirtschaftlicher Betrieb nicht gewährleistet ist, hat UKA Meißen nach eigenem Bekunden keine Bedenken, dass der Wind auf dem Galgenberg zu schwach für einen wirtschaftlichen Betrieb sei.

Doch gerade an einer oftmals zu optimistischen Einschätzungen der Windhöffigkeit leiden viele Windparks im Binnenland. Pressemeldungen zur Folge sollen hier bis zu zwei Drittel keine Gewinne einbringen.

Diese schmerzliche Erfahrung musste jüngst auch die Energiegenossenschaft Odenwald (EGO) machen. Ist auf der Homepage des Odenwaldkreises aktuell noch zu lesen, Ziel der Windenergienutzung im Odenwaldkreis müsse sein, eine möglichst hohe Wertschöpfung in der Region zu erzielen, kämpfen die beteiligten Kommunen mittlerweile finanziell um das nackte überleben. Wie dortige Medien berichten, erreicht das einzig kommunal betriebene Windrad im Windpark Hainhaus nicht den kalkulierten Ertrag.

So muss diese kommunal getragene Betreibergesellschaft mittlerweile von einem kumulierten Fehlbetrag von voraussichtlich 390 000 Euro für die Jahre 2012 bis 2014 ausgehen.

Laut Projektierer sei die schlechte Entwicklung der vergangenen Jahre aber kein sicheres Indiz dafür, die ursprüngliche Wirtschaftlichkeitsprognose signifikant nach unten korrigieren zu müssen. Solche Phasen hätte es auch bei anderen Windparks in der Vergangenheit immer mal wieder gegeben. Dies hätte sich aber im weiteren Verlauf stets wieder ausgeglichen. Garantieren wollte man dies jedoch nicht.

Eigentlich müssten der Verwaltung des Marktfleckens Villmar ja aussagekräftige Wirtschaftlichkeitsberechnungen und Windgutachten der UKA Meißen vorliegen, die weitere Gespräche mit der Gemeinde in Bezug auf die Anzahl aufzustellender Windräder führen will.

Aber in Bezug auf den Planungsstand diverser Windkraftinvestoren hier vor Ort hat das Rathaus anscheinend ein Schweigegelübde abgelegt. Ob die mehr als mangelhafte Informationspolitik auf tatsächlicher Unwissenheit oder auf Ignoranz beruht, macht für die betroffene Bürgerschaft dabei im Ergebnis allerdings keinen Unterschied.

Auch wenn in Villmar vieles anders ist, bleibt doch Skepsis, ob hier mit wenig Wind viel Geld verdient werden kann. Denn um`s Geldverdienen geht es doch letztlich – CO2 Einsparungen und Grundlastfähigkeit sind mit Windkraftanlagen ja nachweislich nicht erreichbar. Dennoch gebietet es die Fairness, allen zukünftig Beteiligten viel Erfolg bei der angestrebten Gewinnmaximierung durch Subventionsabschöpfung zu wünschen.


Wolfgang Nawroth
BI Wind-Wahn Villmar/Runkel
BI.villmar-runkel@t-online.de
www.bi-wind-wahn.de