Vortrag von Dieter Stahl, HGON* Limburg-Weilburg, gehalten bei Bürgerversammlung ""BÜRGER informieren BÜRGER"  am 21.02.2014 in Seelbach

Windkraftanlagen aus Sicht des Naturschutzes
Bild: Fotomontage bei Eschneau

Die Vertreter des Großen Geldes nutzen schlicht die Lage, und Politiker träumen vom warmen Geldsegen in ihren leeren Gemeindekassen. Denn es darf jetzt mit Großtechnologie auch dort Geld verdient werden, wo das bisher ausgeschlossen war

Es ist zur heutigen Zeit einfacher eine Windkraftanlage per Sofortvollzug zu bauen, als für eine Gartenhütte die Genehmigung zu erhalten .

Hinter jedem noch so kleinen vermeintlichen Schwarzbauten sind die Behörden her, als würden diese am stärksten die Vernichtung der Natur vorantreiben.

Kritik ist am Regierungspräsidenten auszusetzen. Er ist derjenige der die Windkraftlobby unterstützt.
Ein Paradebeispiel sind die Windkraftanlagen auf dem Knoten bei Mengerskirchen.
Hier hat der Regierungspräsident Herr Wittek mit Soforterlass die Genehmigung zum Bau der Windenergie-Anlagen vollzogen.
Ohne Rücksicht auf Einsprüche von Naturschützern und der Bürgerinitiative .
Ohne Rücksicht auf bedrohte Tierarten, die nach dem Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt sind.
Seit wenigen Monaten gibt es ein Urteil vom Hessischen Verwaltungsgerichtshof der feststellt: Zitat:

Neben dem Ausschlussbereich von 1000 m um einen Rotmilanhorst kann auch ein Nahrungshabitat für mehrere Rotmilanpaare im Prüfbereich von 6000 m um das Vorhaben zu einem signifikanten Tötungsrisiko im Sinne des § 44 Abs. 1 Bundesnaturschutzgesetz und damit zum Ausschluss der Genehmigung für Windenergieanlagen führen“


Der RP gibt jetzt auch noch die Wälder in unseren Gemarkungen für Windräder frei und opfern ein weiteres Herzstück der Natur und deren Schutz.

Über Wäldern sind WKA besonders nachteilig für Brutvögel und auch in den Zugkorridoren der Zugvögel auf freiem Feld werden Vögel erschlagen.

Dieses planlose Eingreifen in bisher unberührte Natur mit dem Argument, naturverträgliche Energie gewinnen zu wollen, - ohne ernsthafte Ansätze des Energiesparens,- werden wir bekämpfen.

Ich spreche hier von den Vorrangflächen im Regionalplan Mittelhessen Nr. 1116, 1117 Runkeler Wald und Feldflur Seelbach/Falkenbach u. Arfurt: Insgesamt 560 Hektar ! Und damit das größte zusammenhängende Vorranggebiet für Windenergieanlagen im Landkreis LM-WEL ; die der Regionalplan Energie Mittelhessen beeinhaltet. Dazu kommt das Vorranggebiet Galgenberg, Villmar Nr. 1127 mit einer Größe von 177 Hektar.


Die HGON hat sich in einer Stellungnahme gegen diese Vorrangflächen aus Sicht des Naturschutzes ausgesprochen. Insbesondere wegen der Brutvorkommen von Rotmilan, Schwarzstorch, Wespenbussard u.a. Vogelarten, aber auch weil verschiedene Fledermausarten in diesen Vorranggebieten vorkommen.
Die Stadt Runkel hat sich schon frühzeitig gegen die Errichtung von WKA s im Wald ausgesprochen.
Die HGON hat sich in einer Stellungnahme gegen diese Vorrangflächen aus Sicht des Naturschutzes ausgesprochen. Insbesondere wegen der Brutvorkommen von Rotmilan, Schwarzstorch, Wespenbussard u.a. Vogelarten, aber auch weil verschiedene Fledermausarten in diesen Vorranggebieten vorkommen.
Fledermäuse stehen Europa- und Bundesweit nach der Flora-FaunaHabitat-Richtlinie Nr. 92/43/EWG bzw. dem Bundesnaturschutzgesetz unter strengem Schutz.

Sie gehören zu den streng geschützten Arten, die – neben anderen Verboten – nicht getötet werden dürfen. Gleiches gilt auch zB. für den Rotmilan, Uhu, Wespenbussard und andere.
Deutschland hat für den Rotmilan weltweit die Hauptverantwortung; denn 2/3 des Weltbestandes brüten in Deutschland ein sehr großer Teil in Hessen und auch im Landkreis Limburg- Weilburg. Er lebt besonders dort, wo sich die Riesenräder drehen sollen; er ist nachgewiesenermaßen besonders schlaggefährdet; aber auch die geschützten Arten wie Schwarzstorch, Uhu u.a. sind es die nach der EU-Vogelschutz-Richtlinie besonders geschützt sind.

Der grundsätzlich wünschenswerten alternativen Energiegewinnung steht bei Windkraftanlagen der erhebliche und unverhältnismäßig weitreichende Eingriff in die Natur und in das Landschaftsbild entgegen. Windkraftanlagen sind industrielle Anlagen. Sie zerstören in erheblichem Maße unsere über Jahrhunderte gewachsene Natur- und Kulturlandschaft, bedrohen unsere Gesundheit und Lebensqualität, vernichten die letzten noch erhaltenen Lebens- und Ruheräume des Wildes und der Vogelwelt.
Für Wildschweine, Krähen, Elstern, Rotmilane, Bussarde, Turmfalken, Füchse, Katzen, Marder, Wiesel, Ratten und andere Tiere sind die Windradopfer eine begehrte Nahrungsquelle. Sie alle warten geradezu auf die nächste „Fütterung“ und werden dabei oft selbst zu Opfern.
Die Opfer der Windräder werden selten gefunden und die offiziellen Funddateien verschleiern die Dimension des Problems. Sie bilden nur die Spitze eines Eisberges ab, was Windradbetreibern und Politikern natürlich bekannt ist.
Leider muss man heute auch bei wissenschaftlichen Gutachten und Publikationen fragen, wer dahinter steht und wer sie bezahlt hat.

Natürlich gibt es auch korrekte Gutachten, nur wie soll man die Spreu vom Weizen trennen?

Außerdem hört man immer wieder von Fällen, in denen „nicht hilfreiche“ Gutachten unter amtlichen Verschluss gehalten werden.
Der Schutz der Vögel und Fledermäuse, das Herzstück des Naturschutzes, ist ins genaue Gegenteil verkehrt. Die Windräder schützen sie nicht, sondern erschlagen sie. Auch der Schutz der Kulturlandschaft gehört zum Markenkern des Naturschutzes. .

Ziehende Kraniche, die zur Zeit wieder aus ihren Winterquartieren zurück nach Norden in ihre Brutgebiete ziehen, werden in hohem Maße von den Windrädern gefährdet, gleiches gilt auch für viele andere Zugvögel .
Windkraftanlagen verändern Landschaften, Erholungsgebiete und geben so manchem Ort ein anderes Gesicht.
Bei der Lösungssuche nach erneuerbaren Energien dürfen keine natürlichen Ökosysteme und keine Arten aussterben oder schwer beeinträchtigt werden.


Helfen Sie mit! Es geht um unsere Landschaft – Natur - Gesundheit 


*Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz