16.01.2015 
RP reagiert überraschend schnell auf HGON Vorwurf /
Knackpunkt "Schwerpunkt-Vorkommen" wird umschifft

In dem Antwortschreiben auf die  Mail die HGON vom 07.01.2015 das den VN vorliegt, hat RP-Sprecherin Ina Velte darauf hingewiesen, dass die Planungen für Windvorranggebiete in Mittelhessen von "größtmöglicher Ausgewogenheit zwischen den Belangen des Naturschutzes (...) und den Interessen an der Nutzung der Windenergie" bestimmt seien. "Die Regionalplaner, allen voran ihr Leiter und langjähriger Experte, Dr. Ivo Ger­hards, dürfen sich dabei gemäß dem „Leitfaden Berücksichtigung der Naturschutzbelange bei der Planung und Genehmigung von Windkraftanlagen in Hessen“ (HMUELV/HMWVL 2012) zulässigerweise und nicht etwa aus „eigener Erfindung“ heraus auf die Berücksichtigung von Schwerpunktvorkommen beschränken. Eine Befassung mit konkreten Einzelvorkommen von windkraftempfindlichen Vogelarten, zum Beispiel über einzelne Horste, ist in der überörtlichen Planung weder vorgesehen, noch angemessen und überdies auch gar nicht leistbar." heißt es u.a. in dem Schreiben.
Das ändert allerdings nichts daran, dass das Naturschutzgesetz den Begriff "Schwerpunkt-vorkommen" nicht kennt. Ein Begriff der nicht gesetzlich definiert, schwammig, und geeignet ist, im Zweifelsfall für die Windkraftlobby zu entscheiden. Und selbst wenn man bei der Begrifflichkeit bleibt, hatte die HGON gerade für den Raum Galgenberg mehrere Horste dem RP gemeldet.
Kein Wort hierüber, warum diese Angaben nicht das umstrittene "Schwerpunkt-Kriterium" für den Galgenberg erfüllen sollten. Und das, vor dem höchstrichterlich vom VGH zugestandenen Schutzradius von 6 km für das Nahrungshabitat des Rotmilan.
Weiter wird in der Antwort des RP ausgeführt. "Das von Ihnen erwähnte strenge Artenschutzrecht lässt unter bestimmten Voraussetzungen Ausnahmen vom Tötungsverbot für Vögel und Fledermäuse zu. Dies ist sachgerecht allerdings auf der örtlichen Ebene zu beurteilen und kann im Ergebnis dazu führen, dass ein Verlust einzelner Individuen beziehungsweise Horste zulässig ist, sofern sich dadurch der Erhaltungszustand der entsprechenden Population nicht verschlechtert."
Dem wird, ja muss vermutlich die HGON LM/WEL dezidiert widersprechen: Es geht eben nicht um "einzelne Individuen" im Bereich Galgenberg, weder bei den Rot-Milanen, noch bei den gleich mehreren unterschiedlichen Fledermausarten. (k.p.a.)