12.11.2014   Rückbaukosten für Windkraftanlagen nicht gesichert

Was Bürgerinitiativen schon lange geahnt haben, ist nun Fakt. Die Antwort unserer Umweltministerin Priska Hinz auf eine kleine Anfrage der hessischen FDP-Fraktion belegt, dass die Rückbaukosten einer Vielzahl von Windkraftanlagen in der Tat nicht oder nicht ausreichend abgesichert sind.
Wer diese Kosten im Zweifelsfall später einmal zu tragen hat, kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht gesagt werden. Hier können auf die hessischen Steuerzahler Kosten in Millionenhöhe zukommen. Aber auch für die Verpächter von Flächen, auf denen Windkraftanlagen errichtet werden, könnte dies noch zu unangenehmen Überraschungen führen.
Für 528 der 732 Windräder, die zurzeit in Hessen in Betrieb sind, sind keine Sicherheiten für einen Rückbau hinterlegt oder es ist den zuständigen Behörden nicht bekannt, ob welche hinterlegt sind.
Aktuell werden von der Landesregierung Bürgschaften in Höhe von 1.000 EUR je Meter bis zur Nabenhöhe für neu zu errichtende Windkraftanlagen vorgegeben. Das entspricht bei den aktuellen 3-MW-Anlagen in etwa 140.000 bis 150.000 EUR.
Der Presseerklärung der FDP Hessen folgend, kommt ein Kostengutachten des TÜV Süd zu dem Ergebnis, dass sich die tatsächlichen Gesamt-Rückbaukosten im Einzelfall auf bis zu 500.000 EUR belaufen können.
Diese augenscheinliche erhebliche Differenz wird sich am Ende der prognostizierten Laufzeit eines Windrades von ca. 20 Jahren, bedingt durch Inflation, noch größer darstellen.
Ein weiteres untrügliches Indiz für das unkoordinierte, konzeptlose und dem Lobbydiktat unterworfene Handeln der politisch Verantwortlichen.

Wolfgang Nawroth
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BI Wind-Wahn Villmar/Runkel
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