27.10.2014  
Die Bürgerinitiative Wind-Wahn Villmar/Runkel begrüßt die vorläufige Position von Bürgermeister Lenz in Sachen Windkraft


Bild Galgenberg Villmar

Der Sprecher der Bürgerinitiative Wind-Wahn Villmar / Runkel, Wolfgang Nawroth, begrüßt die, wenn auch „vorläufige“, Position von Bürgermeister Lenz in Sachen Windkraft. In einem Schreiben, das unter anderem an die Gemeindevertretung ging und der BI vorliegt, hatte Lenz erstmals seine als „vorläufig“ bezeichnete Position mitgeteilt. Darin spricht er sich für den Bereich Galgenberg grundsätzlich gegen Windkraftanlagen auf kommunalen Flächen aus.

„Es freut uns außerordentlich zu hören, dass Bürgermeister Lenz sich in seiner Argumentation mittlerweile den von uns geschilderten Realitäten angenähert hat und zum Beispiel die Fragen der Geräuschentwicklung, der Infraschall-Problematik und der optischen Beeinträchtigung des Landschaftsbildes durch Windräder nicht verharmlost und ebenfalls zur Kenntnis nimmt, dass es im Bereich Villmar nur Schwachwindgebiete gibt. Alles Argumente und Tatsachen, die unsere Bürgerinitiative schon seit Anbeginn proklamiert hat“, so Nawroth.

Seitens der BI Wind-Wahn zeigte sich der Sprecher auch erfreut, dass darüber hinaus selbst substantielle Aspekte der BI von Lenz geteilt werden, auch wenn er in seinem Schreiben anführt, die Argumente unserer BI hätten ihn nicht überzeugt. Die Problematik der Nachhaltigkeit von Finanzzusagen, die Sicherung von Zahlungszusagen durch Bankbürgschaft und der Rückbau von Anlagen mit Risiken für die Gemeinde werden von ihm anscheinend sehr wohl geteilt.

Sorge bereite allerdings, dass die Verwaltung des Marktfleckens Villmar schon Vorarbeiten geleistet habe und mehr als 10 Entwickler bereits in den Startlöchern stünden.
Bei einem geschätzten Investitionsvolumen von voraussichtlich 120 bis 150 Millionen Euro für die insgesamt nach aktuellem Stand zur Verfügung stehenden Windvorrangflächen, müsse man davon ausgehen, dass die Investoren versuchen werden, ihre Interessen mit allen Mittel durchzusetzen. Dennoch wird die Bürgerinitiative Wind-Wahn Villmar/Runkel auch weiterhin gegen die Ausweisung der vom RP Gießen ins Auge gefassten Flächen ankämpfen, so Nawroth.

Fast ein Drittel aller Windparks sind aber wohl trotz Subventionen defizitär, weil die Windmessungen nicht die tatsächliche Windhöffigkeit widerspiegelten oder falsch interpretiert worden seien.

Selbst Gutachten, wie auch von Lenz gefordert, entsprächen oftmals nicht den realen Windverhältnissen, da entweder nicht ausreichend lange oder nicht in der tatsächlichen Nabenhöhe gemessen werde.

Wünschenswert sei keine vorläufige, sondern eine klare Haltung wie die der Stadt Runkel oder der Gemeinde Selters. Im Übrigen könne man durchaus gegen Atomkraft und gleichzeitig auch gegen Windkraft sein, so Nawroth, denn Windkraft könne Atomkraft nicht ersetzten, ganz einfach, weil sie nicht dauerhaft zu Verfügung stehe und Strom nicht wirtschaftlich gespeichert werden könne. Wer keine Atomkraft wolle, müsse Kohle oder Gaskraftwerke akzeptieren. Selbst Wirtschaftsminister Al-Wazir habe deshalb auch für die Grundlast von Gaskraftwerken gesprochen und primär die Windkraft mit der CO2-Reduzierung begründet
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