12.12.2014
BI Wind-Wahn fordert Stopp von Windvorrangflächen
Eingabe an Umweltministerin Priska Hinz


Mit einer Eingabe an das hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUKLV), hat die Bürgerinitiative Wind-Wahn Villmar/Runkel Ministerin Priska Hinz aufgefordert, beim Regierungspräsidium Gießen gegen die Ausweisung der Windvorrangflächen 1116b, 1117, 1127 und 1128 zu intervenieren. Hierbei handelt es sich um die Flächen am Galgenberg sowie um Flächen im Bereich Arfurt, Seelbach, Falkenbach, Wirbelau und Eschenau.

Nach Einschätzung der BI Wind-Wahn und des HGON Arbeitskreises Limburg/Weilburg handelt es sich dabei um Flächen mit besonderer Bedeutung für die Erhaltungs- und Entwicklungsziele des Naturschutzes und der Landschaftspflege, welche bei der Standortwahl ausgeschlossen werden sollten.

Weitere Gründe sehen wir insbesondere auch im Vorhandensein einer großen Populationsdichte des Rotmilans sowie in der Tatsache des Vorkommens des Schwarzstorches und diverser Fledermausarten, so der Sprecher der BI Wind-Wahn.

Darüber hinaus befinden sich hier naturnahe Wälder mit sehr altem Buchenbestand sowie Erholungsgebiete mit qualitativ hochwertigen Landschaftsbildern.

Auch führt der jährliche Kranichzug über die beabsichtigten Windvorrangflächen. Alleine dieses Jahr wurden durch die HGON Limburg/Weilburg nahezu 20.000 Kraniche auf ihrem Zug nach Süden im Bereich dieser Vorrangflächen, teils in geringer Flughöhe, erfasst, so Nawroth weiter.

Durch die Errichtung von Windkraftanlagen sind in der Folge erhebliche nachteilige Auswirkungen auf bisher nicht betroffene, teilweise streng geschützte Arten zu erwarten. Eine Kollision mit den artenschutzrechtlichen Verboten des § 44 Abs. 1 BNatSchG erscheinen bei diesem Eingriffsvorhaben unvermeidbar.

Diese Tatsachen sollten dem Umweltministerium Grund genug sein, zu prüfen, ob die geplanten Windvorrangflächen vielmehr nicht in geeigneter Form unter besonderen Schutz gestellt werden sollten, zumal diese Flächen grundsätzlich alle Voraussetzungen des Netzes "Natura 2000" erfüllen.

Im Bundesdurchschnitt sind in Deutschland 28,4% der Flächen als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Die Anteile von Landschaftsschutzgebieten in Hessen belaufen sich hingegen gerade einmal auf lediglich 10,2% der Fläche. Trotz dieses auffallend geringen Anteils von Landschaftsschutzgebieten, beabsichtigt das Regierungspräsidium Gießen im Kreis Limburg-Weilburg 3,2% der Flächen als Windvorrangflächen auszuweisen und übertrifft hierbei den landesweit vorgegebenen Anteil von 2% mehr als deutlich.

Für den Sprecher der BI Wind-Wahn in diesem Zusammenhang völlig unverständlich , wieso seitens der politischen Entscheidungsträger auf regionaler Ebene, gerade im Kreis Limburg/Weilburg, eine solche Übererfüllung der Planvorgaben durchgesetzt werden soll.

Klärende Worte des „Chefs“ der unteren Naturschutzbehörde, zugleich auch erster Kreisbeigeordneter und Vorsitzender der Regionalversammlung, Helmut Jung (SPD), werden hierzu wohl nicht zu erwarten sein. Stattdessen wirbt er lieber für die Energiewende vor Ort.


Wolfgang Nawroth
BI Wind-Wahn Villmar/Runkel
BI.villmar-runkel@t-online.de
www.bi-wind-wahn.de